Perspektiven

Von Spezialisten für Spezialisten

Geht es um die Finanzierung von Mobilien, ist Leasing für viele Unternehmen die erste Wahl. Aus gutem Grund, wie unser Fallbeispiel des Logistikunternehmens LGI zeigt.

Leasing

arum selber machen, was Spezialisten besser können“ – so lautet das Motto der Logistics Group International, kurz LGI, mit Hauptsitz im baden-württembergischen Herrenberg. Als Kontrakt- und Transportlogistik-Spezialist übernimmt die LGI für ihre Kunden weltweit logistische und logistiknahe Aufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Beschaffungs- über die Distributions- bis hin zur Rückhollogistik. Hinzu kommt eine Vielzahl von Mehrwertdienstleistungen. Dazu gehört zum Beispiel die Auslieferung, Installation und Wartung von elektronischen Geräten wie etwa Servern. Nicht zuletzt unterstützt die LGI ihre Kunden rund um die administrative Abwicklung ihrer grenzüberschreitenden Warenströme.

 

Mit Flexibilität Risiken minimieren

Rund 250 eigene Nutzfahrzeuge vom Transporter bis zum Lastzug bilden das mobile Rückgrat des LGI-Logistikportfolios. Für die Finanzierung der Flotte setzt die Unternehmensgruppe vorrangig auf Leasing und vertraut dafür auf die Leasingspezialisten der Postbank Leasing GmbH. Etwa 70 Sattelzüge werden derzeit mit der 100-prozentigen Postbank Tochter finanziert. Hinzu kommen rund 85 Auflieger sowie einige Transporter.

 

„Leasing gibt uns die Möglichkeit, die Finanzierung unserer Nutzfahrzeuge flexibel an die Verträge mit unseren Kunden anzupassen“, sagt Hans Peter Hehn, CFO bei LGI. „Dadurch wirkt sich diese Finanzierungsform für uns – neben den üblichen Vorteilen des Leasings, wie zum Beispiel Bilanzneutralität – auch risikominimierend aus.“ Wird mit einem Kunden etwa ein Vertrag über Logistikdienstleistungen mit einer Laufzeit von fünf Jahren geschlossen, so können die dafür benötigten Fahrzeuge passgenau über einen Leasingvertrag mit einer entsprechenden Laufzeit finanziert werden. „Wir haben mit einigen Kunden bis zu 20 Einzelverträge. Da ist es wichtig, unsere Flotte diesbezüglich bestmöglich zu disponieren“, ergänzt Karolina Pietron, die im Team von Hans Peter Hehn fürs Treasury zuständig ist.

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LGI – die Logistik-Spezialisten

1995 aus HP entstanden, gehört LGI mit rund 4.000 Mitarbeitern an mehr als 45 Standorten in Europa, Russland und den USA zu den führenden Unternehmen in der europäischen Kontraktlogistik. LGI ist seit 2016 Teil der schwedischen Elanders Group, einem globalen Anbieter für Supply-Chain-Management, Print & Packaging sowie E-Commerce.

 

www.lgi.de

Firmengelände LGI

Eine LGI-Besonderheit ist, dass das Unternehmen aus mehreren Gesellschaften besteht, die zum Teil im Ausland beheimatet sind. Ein wichtiger Baustein in den Leasingverträgen ist deshalb auch Flexibilität in Bezug auf die Untervermietung von Leasinggütern innerhalb des Konzerns. „Hier kann ich der Postbank Leasing GmbH ein großes Lob aussprechen“, sagt Karolina Pietron. Man habe in enger Zusammenarbeit mit dem für LGI zuständigen Postbank Firmenkundenbetreuer Thomas Brandies und dem Leasing-spezialisten Sebastian Karnath, Regionaldirektor bei der Postbank Leasing GmbH in München, bislang immer passende Lösungen gefunden. „Eine gute Voraussetzung dafür ist, dass die Postbank als eine der LGI-Hausbanken seit vielen Jahren Teile des Zahlungsverkehrs für den Konzern abwickelt“, sagt Thomas Brandies.

Fahrzeuge flexibel finanzieren

So wie LGI nutzen in Deutschland immer mehr Unternehmen Leasing und die verwandte Finanzierungsform Mietkauf zur Außenfinanzierung. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), dem auch die Postbank Leasing GmbH angehört. 2016 erreichten die in Deutschland über Leasing und Mietkauf realisierten Investitionen demzufolge mit insgesamt 64,2 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Ein klassischer Vorteil des Leasings ist, dass es positiv auf die Bilanzstruktur und das Rating wirken kann. „Damit lässt sich nicht zuletzt für Zeiten vorsorgen, in denen die Kreditvergabe möglicherweise wieder deutlich restriktiver ist“, sagt Max Jäger, Vertriebsleiter bei der Postbank Leasing GmbH (siehe Interview unten).

Der deutsche Leasingmarkt in Zahlen

Passend für jeden Finanzierungsbedarf

Unterschieden wird beim Leasing grundsätzlich zwischen Verträgen mit Teilamortisation (TA) oder Vollamortisation (VA). Teilamortisation bedeutet, dass der Leasingnehmer mit den während der unkündbaren Grundmietzeit des Leasingvertrages geleisteten Zahlungen die Gesamtkosten des Leasing-gebers (Anschaffungs- oder Herstellungskosten, Nebenkosten, Finanzierungskosten) nur zum Teil deckt. Nach Ablauf der Grundmietzeit stehen dem Leasingnehmer abhängig von der gewählten Vertragsform drei Möglichkeiten offen: die Rückgabe des Leasinggutes, dessen Kauf oder die Verlängerung des Leasingvertrages.

 

Bei VA-Verträgen werden die Gesamtinvestitionskosten des Leasinggebers einschließlich seiner Zins- und Verwaltungsaufwendungen sowie seines Gewinns durch die fest vereinbarten Leasingzahlungen abgedeckt. Beim deutschen Finanzierungsleasing garantiert der Leasingnehmer dem Leasinggeber die Vollamortisation. Bei Vollamortisationsverträgen geschieht dies allein durch die fest vereinbarten Leasing-zahlungen während der Grundmietzeit, bei TA-Verträgen zusätzlich über den vom Leasingnehmer garantierten Restwert.

 

Die Vorteile des Leasings auf einen Blick:

  • Es ist unter bestimmten Voraussetzungen bilanzneutral, lässt bestehende Kreditlinien unberührt und wirkt dadurch insgesamt liquiditäts- und eigenkapitalschonend.
  • Im Gegensatz zum Bankkredit muss – abgesehen von freiwilligen zu Vertragsbeginn zu leistenden Sonderzahlungen – weder Eigen- noch Fremdkapital vorgehalten werden.
  • Da dem Leasinggeber das Objekt selbst als Sicherheit dient, entfällt beim Leasingnehmer oft das Erfordernis weiterer Sicherheiten.
  • Im Gegensatz zu Bankkrediten, bei denen eine Vollfinanzierung oft nicht möglich ist, kann durch Leasing wahlweise die komplette Investitionssumme abgedeckt werden. Nach dem „Pay-as-you-earn“-Prinzip kann sich das Leasingobjekt dabei selbst finanzieren: Der Finanzierungsaufwand verteilt sich auf die Nutzungsdauer und damit auf den Zeitraum, in dem Erträge aus dem Objekt erwirtschaftet werden können.
  • Unter Umständen können die Leasingraten bei saisonalen Geschäften an schwankende Erträge angepasst werden.

 

Die Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums von Leasingobjekten und die bilanzielle Abbildung von Leasingverhältnissen in den Jahresabschlüssen von Leasinggebern und Leasingnehmern regeln bei Bilanzierung nach HGB auf nationaler Ebene vier vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) veröffentlichte Leasing-Erlasse.

 

Bei LGI will man auch künftig auf Leasing setzen. Entsprechende Ausschreibungen laufen bereits. Eine Herausforderung dabei ist, dass das Unternehmen seit der Übernahme durch den neuen Mutterkonzern nach den „International Financial Reporting Standards“ (IFRS) bilanziert. Dem kürzlich neu veröffentlichten Leasingstandard IFRS 16 zufolge dürfte die bilanzneutrale Darstellung von Leasingverpflichtungen ab 2019 nur noch in Ausnahmefällen möglich sein. Doch Karolina Pietron ist zuversichtlich, mit Unterstützung der PB Leasing auch hier eine angemessene Lösung zu finden. Denn dafür sind Spezialisten schließlich da.

Interview

Max Jäger, 
Vertriebsleiter Postbank Leasing GmbH

„Mit Leasing lässt sich nicht zuletzt für Zeiten vorsorgen, in denen die Kreditvergabe möglicherweise wieder deutlich restriktiver ist.“

Max Jäger,
Vertriebsleiter Postbank Leasing GmbH

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    Perspektiven: Die Kreditfinanzierungsbedingungen für Mittelständler sind auch im Hinblick auf die niedrigen Zinsen aktuell recht gut. Was macht vor diesem Hintergrund Leasing für Mittelständler interessant?

     

    Max Jäger: Die positiven Aspekte für die Kreditvergabe, etwa die niedrigen Zinsen, spiegeln sich natürlich auch im Leasing wider. Hier ist also für das Leasing als Alternative oder Ergänzung zum Kredit kein Nachteil entstanden. Zudem haben wir im Leasing die Möglichkeit, objektspezifische maßgeschneiderte Finanzierungslösungen zu finden, die bei verlässlichen Kalkulationsgrundlagen Flexibilität und eine individuelle Vertragsgestaltung ermöglichen. Ein klassischer Vorteil des Leasings ist, dass es positiv auf die Bilanzstruktur und das Rating wirken kann. Damit lässt sich nicht zuletzt für Zeiten vorsorgen, in denen die Kreditvergabe möglicherweise wieder deutlich restriktiver ist. Auch das ist sicher einer der Gründe dafür, dass aktuellen Studien zufolge 80 bis 85 Prozent der mittelständischen Unternehmen Leasing als Finanzierungsalternative in Betracht ziehen.

     

    Perspektiven: Für welche Investitionen ist Leasing besonders geeignet?

     

    Max Jäger: Geleast werden vorrangig Mobilien, also bewegliche Güter. Das Gros der Verträge findet sich natürlich im Pkw-Bereich. Hier tummeln sich nicht nur die unabhängigen Leasinggesellschaften, sondern zum Beispiel auch die der Hersteller. Die Postbank Leasing GmbH ist im Pkw-Segment nicht aktiv. Wir fokussieren uns stattdessen auf Maschinen, Produktionsanlagen und Fertigungsstraßen sowie Nutzfahrzeuge und andere logistiknahe Investitionen. Hier verfügen wir über eine große objektspezifische Expertise. Seine Vorteile spielt das Leasing zum Beispiel dann aus, wenn es um saisonale Geschäfte geht. Die Leasingraten können dann entsprechend an die Liquiditätsströme angepasst werden. Auch eine degressive Ratengestaltung mit entsprechenden steuerlichen Vorteilen ist möglich.

     

    Perspektiven: Die Leasingbranche verzeichnet seit Jahren Zuwächse. Sehen Sie noch weiteres Zukunftspotenzial?

     

    Max Jäger: Im europäischen Ausland sind die Leasingquoten zum Teil noch höher. Insofern dürfte die Spitze noch nicht erreicht sein. Es gibt da sicher noch Potenzial.

     

    Perspektiven: Was zeichnet die Postbank Leasing gegenüber ihren Mitbewerbern aus?

     

    Max Jäger: Als Leasingtochter der Postbank sind wir eng mit der PB Firmenkunden AG verzahnt. Dadurch sind uns unsere Kunden und ihre Finanzierungsbedürfnisse oft schon sehr gut vertraut. Wir haben aber auch viele Neukunden, die direkt zu uns kommen, ohne zuvor bereits Postbank Firmenkunde gewesen zu sein. Wir haben langjährige Branchen- und Objektexpertise im Kernbereich des deutschen Mittelstands. Und wir bieten eine kompetente Beratung – und zwar persönlich und digital. In Zusammenarbeit mit dem Firmenkundenbetreuer haben wir die Möglichkeit, uns auf dessen iPad zum Beratungsgespräch hinzuschalten zu lassen. Für den Kunden hat das den Vorteil, dass die Terminfindung noch einfacher ist und auch mal besonders schnelle Entscheidungen getroffen werden können. Generell sind wir sowohl in der Angebotserstellung als auch, nach erfolgter Kreditzusage durch die Postbank, in der Vertragserstellung sehr schnell.

  • Bildnachweise

    Jens Achtert (7), LGI, Postbank

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